Craft Beer – die Wiederentdeckung echten Brauerei-Handwerks

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Bis vor ein paar Jahren war der Begriff „Craft Beer“ bei uns weitgehend unbekannt. Craft Beer gab es nur in wenigen Spezialkneipen. Der Begriff stammt aus den USA, wo es schon seit den 1970er-Jahren diese besondere Bierkultur gibt. „Craft“ bedeutet Handwerk, und genau darum geht es bei diesen Bieren. Mit ihrer Herstellung besinnen sich spezialisierte Kleinbetriebe und zunehmend auch Großbrauereien auf das traditionelle und natürliche Herstellen von Bieren. Bei Craft Beer steht die Qualität im Vordergrund, zwischen Konsument und Hersteller soll eine Bindung entstehen, bei der nicht mehr allein der Profitgedanke im Vordergrund steht.

Craft Beer: Hausmannskost zum Trinken

Was ist eigentlich ein Craft Beer? Ein handwerklich gebrautes Bier, für das hochwertige, reine Zutaten verwendet werden und das frei von Konservierungsstoffen und künstlichen Aromen ist. In kleinen Brauereien (den sogenannten Mikrobrauereien) hergestellt, ist es entsprechend häufig auch nur in der Region des Brauers erhältlich. Craft Beer ist die Reaktion auf die labberigen, vereinheitlichten Biersorten der Großkonzerne. Deshalb sehen Craft-Brauer sich auch gern als die „Jungen Wilden“ der Bier-Szene.

Diese „Kreativbiere“ sind sehr unterschiedlich im Geschmack, ihre Herstellung ist eine Wissenschaft für sich. Sie schmecken oft sehr hopfig und besonders aromatisch, einige Biere haben zusätzlich Fruchtaromen. Die bekanntesten Sorten heißen India Pale Ale (obergärig gebrautes helles Bier und dem deutschen Kölsch ähnlich), Stout (obergärig gebrautes schwarzes Bier, das häufig höheren Alkoholgehalt hat) und Amber Ale (helles, beeriges Bier mit belgischem Ursprung).

Craft Beer und Reinheitsgebot

Craft Beer wird zumeist nach dem Reinheitsgebot hergestellt – in Deutschland sowieso, aber auch im Ausland. Das Bier enthält dann nur Wasser, Hefe, Hopfen und Malz. Diese vier Zutaten erlauben jedoch jede Menge Kombinationsmöglichkeiten, die wiederum Millionen verschiedener geschmacklicher Variationen hervorbringen. Darunter solche, die fruchtig schmecken, auch wenn sich überhaupt keine Frucht unter den Zutaten findet. Außerdem lassen sich im Brauprozess, bei der Gärung und Lagerung der Biere noch weitere geschmackliche Nuancen hervorkitzeln. Das ist eben die große Kunst beim Craft Beer: Die vier Ingredienzien so zu kombinieren und zu variieren, dass es mal fruchtig und mal herb schmeckt.

Zum Kennenlernen: Craft-Beer-Tasting

Für Einsteiger in die Welt der „handgemachten“ Biere bietet sich eine Verkostung an, das sogenannte Craft-Beer-Tasting. Ähnlich wie bei einer Weinprobe, führt ein Experte durch die Veranstaltung und liefert Hintergründe zu den einzelnen Bieren, ihren Zutaten, ihrer Herkunft, ihrem Herstellungsprozess und ihrem Geschmack. Selten hatte das Motto „Probieren geht über Studieren“ mehr Gültigkeit als beim Craft Beer!

Foto links: Shutterstock, 534344104, michelangeloop
Foto rechts: Shutterstock, 575538859, Kirill Z

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