Pastinaken – Altes Wurzelgemüse in neuen Rezepten

Die Pastinake oder auch der Pastinak ist ein altes Wurzelgemüse. Sie gehört zur Familie der Doldenblütler und ist eng mit der Petersilienwurzel verwandt. Hammelmöhre, Hirschmöhre oder sogar Pestnacken sind altertümliche Bezeichnungen für die wohlschmeckende Wurzel. Die Namen stammen nicht von ungefähr. Bei Schafen und Haarwild waren wildwachsende Pflanzen beliebt. Im Mittelalter war der Saft der Pastinake ein bekanntes Heilmittel gegen die Pest. Aus dieser Zeit stammt der wenig wohlklingende Name Pestnacke.

Vielfältige Pastinaken-Rezepte – Gute Gründe für das Comeback

Pastinaken schmecken nicht nur gut, sie sind unglaublich vielseitig, was unzählige Pastinaken-Rezepte beweisen. Kaum zu glauben, dass die Rübe lange aus unserer Küche verschwunden war. Bis zur Mitte des 18. Jahrhundert war die stärkehaltige Pastinake Grundnahrungsmittel. Danach wurde sie von Möhren und Kartoffeln verdrängt. Ihr Comeback wurde maßgeblich durch die Natur- und Vollwertküche eingeleitet. Gerichte mit dem Wurzelgemüse stehen zu Recht wieder häufig auf dem Speiseplan. Das wären Pastinaken-Pommes, Pastinaken-Stampf oder -Püree sowie Pastinakensuppe, um nur einige zu nennen. Die moderne Trendküche verarbeitet die Pastinake zunehmend sogar zu Desserts. Weil sie so gut bekömmlich ist, kommt Pastinakenbrei auch als Babynahrung zum Einsatz.

Wann hat die Pastinake Saison?

Ab September beginnt die Pastinaken-Saison. Wenn die Tage wieder kürzer und kühler werden, freuen wir uns auf deftige Eintöpfe und Gemüsesuppen. Das robuste Wurzelgemüse begleitet uns den ganzen Winter hindurch.

Wie schmeckt die Pastinake?

Die Pastinake schmeckt würzig und aromatisch. Geschmacklich liegt sie zwischen Möhren, Sellerie und der Petersilienwurzel. Durch ihren höheren Zuckergehalt hat sie ein leicht süßliches Aroma, erster Frost verstärkt dies zusätzlich. Deshalb ist das Wurzelgemüse selbst bei Kindern beliebt. In skandinavischen und englischsprachigen Ländern ist die Pastinake eine geschätzte Delikatesse.

Im Vergleich zu Möhren hat die Pastinake einen hohen Gehalt an Ballaststoffen, Kalium, Eiweiß und Vitamin C.

So kannst Du Pastinaken und Petersilienwurzel unterscheiden

Tipp: Wie bei jedem Wurzelgemüse gilt, je kleiner die Wurzel, desto feiner der Geschmack.

Pastinaken werden oft mit Petersilienwurzeln verwechselt. Dabei lassen sie sich gut unterscheiden. Am oberen Blattansatz ist die Pastinake deutlich dicker als ihre Verwandte. Der Blattansatz ist bei der Petersilienwurzel nach oben gewölbt, bei der Pastinake ist er leicht eingesunken.

Pastinaken – ganz einfach zubereitet

Pastinaken werden so einfach wie Möhren zubereitet. Junge Pastinaken brauchst Du nur gut waschen und falls notwendig schälen. Unter der Schale sitzen die wichtigsten Nährstoffe. Die roh bekömmlichen Pastinaken schmecken auch als Rohkostsalat.

Ob gebacken, gedünstet oder püriert, ihr volles Aroma entfalten Pastinaken gegart.
Die schönsten Pastinaken-Rezepte haben wir hier für Dich herausgesucht.

Rezept 1: Pastinakensuppe

Rezepte mit PastinakenDiese cremige Suppe lässt sich vielfältig variieren. Für das Grundrezept Zwiebeln fein würfeln und in Butter glasig dünsten. Pastinaken in dünne Scheiben schneiden und mit den Zwiebeln anbraten. Mit Weißwein ablöschen und mit Gemüsefond für etwa 20 Minuten weich kochen. Besonders raffiniert dazu schmeckt ein Schuss Wermut, zum Beispiel Noilly Prat.

Für die Suppeneinlage extra beiseite gelegte Pastinakenscheiben in Butter oder Olivenöl für fünf Minuten knusprig braten. Salzen, pfeffern und warm halten.

Sahne zur Suppe geben. Alles mit einem Stabmixer fein pürieren und durch ein Küchensieb streichen. Erneut kurz aufkochen und aufmixen. Suppe in tiefe Teller geben und kross gebratene Pastinakenscheiben darauf verteilen. Mit Oliven- oder Kürbiskernöl beträufeln.

Als Fleischfan kannst Du Dir Speckstreifen als Einlage dazu kross anbraten. Auch geröstete Kürbis- oder Pinienkerne passen gut und werten die Suppe optisch auf. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, der Reiz entsteht durch die unterschiedlichen Texturen.

Du kannst mit Pastinaken auch unseren Kartoffeleintopf und den Erbseneintopf verfeinern.

Rezept 2: Pastinaken-Pommes oder -Chips

Die nussig schmeckenden Pastinaken-Pommes sind bei Low-Carb-Fans sehr beliebt. Die Zubereitung auf Backpapier im Backofen ist einfach und spart Kalorien.

Die Pastinaken in Stifte oder dünne Scheiben schneiden. Gründlich mit Olivenöl, Salz und Pfeffer vermengen. Auf Backpapier verteilen und bei etwa 230 Grad backen, bis sie knusprig braun sind. Zwischendurch einmal wenden.

Wenn Du magst, kannst Du Knoblauch oder Kräuter wie Majoran und Thymian mit auf das Blech legen. Sehr gut schmeckt geriebener Parmesan zu den Wurzeln. Diesen kannst Du zwei Minuten vor Ende der Garzeit über die Pommes reiben.

Rezept 3: Pastinaken-Kartoffel-Stampf

Für dieses Rezept brauchst Du zwei Teile Pastinaken und einen Teil Kartoffeln. Zusätzlich Butter, Pfeffer, Salz und Muskatnuss. Mit Kräutern wie Thymian kannst Du dem Stampf noch mehr Pfiff verleihen.

Übrigens: Es muss nicht immer Mayo oder Ketchup sein. Zu den Pastinaken-Pommes schmeckt unsere Sauce Béarnaise mit feiner Estragonnote ganz hervorragend.

Das Gemüse grob würfeln und in gesalzenem Wasser sanft gar kochen. Gelegentlich umrühren. Abgießen und ausdampfen lassen. Das Gemüse mit einem Kartoffelstampfer stampfen, bis eine stückige Konsistenz entsteht. Butterstücke nach und nach einarbeiten. Tipp: Ein Schuss Sahne macht den Stampf noch cremiger. Pfeffern und salzen. Muskatnuss frisch darüber reiben.

Zum Servieren kannst Du zusätzlich Kräuter wie Majoran sowie etwas Petersilie und Meersalz darüber streuen. Als edle Variante passt auch gehobelter Trüffel. Pastinaken-Stampf kannst Du auch mit Möhren, Sellerie oder Apfel zubereiten.

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